Altstadt von Havanna entdecken – Must-do’s & ehrliche Tipps

In diesem Artikel nehme ich dich mit zu meinen persönlichen Must-do’s in Habana Vieja: Vom Spaziergang zum Kapitol über die Cámara Oscura, bis zur Fahrt in einem der bunten Oldtimer.

Meine Highlights in Havanna auf einen Blick

  • 🚶‍♂️🚶‍♂️Spaziergang zum Kapitol, eines der markantesten Bauwerke Kubas
  • 🖌️🖼️ Museo de las Bellas Artes – kubanische Kunst
  • 🏙️📷 Camera Oscura – ein besonderer Blick auf Havannas Altstadt
  • ☀️🚗 Oldtimer Fahrt durch die Altstadt
  • 🗿🚤 Mit der Fähre zur Christus Statue
  • 🍕🍚Bonus Tipp – Essen im El Chanchullero

Meine persönlichen Highlights in der Altstadt von Havanna

Bei meiner allerersten Kubareise war die Altstadt von Havanna mein erster Stopp. Die Eindrücke sind nur so auf mich eingeprasselt – von Faszination bis zu Überforderung habe ich hier alles durchlebt. Genau deshalb gehört ein Besuch von Havanna Vieja für mich zu den intensivsten Reiseerfahrungen überhaupt.

Die Altstadt von Havanna (Habana Vieja) ist kein Ort, den man „mal eben“ besucht. Es ist ein Ort der Gegensätze: dreckig und laut aber gleichzeitig  wunderschön und faszinierend. Wie das sein kann ? Das musst du dir einfach selbst ansehen.

Habana-Vieja ist der historische Kern von Kubas Hauptstadt Havanna. Die Altstadt von Havanna ist UNESCO-Weltkulturerbe und das schon seit  – 1982. Koloniale Prachtbauten stehen direkt neben einsturzgefährdeten Häusern, frisch restaurierte Plätze neben Straßen, in denen sich Müll sammelt.

Die Stadt lebt von Gegensätzen – und ja: Es gibt Ecken, die riechen, die schmutzig sind, die traurig wirken. Für mich gehört das genauso zu Habana  wie die Schönheit der Prachtbauten.

1. Spaziergang zum Kapitol

Das Kapitol wurde nach dem Vorbild des Pariser Pantheon gebaut und sieht dem US Kapitol zum verwechseln ähnlich. Mit seiner gewaltigen Kuppel, die sich fast 92 Meter in den Himmel erhebt, ist das  Kapitol oder el Capitolio eines der markantesten Bauwerke Kubas – und ein echtes Wahrzeichen von Havanna. 

Kaum ein anderer Ort prägt das Stadtbild so sehr: Die Kuppel ist fast überall zu sehen. Genau diese ständige Präsenz macht das Kapitol nicht nur zu einem architektonischen Mittelpunkt, sondern auch zu einem Symbol der Stadt. 

Erbaut wurde das Kapitol zwischen 1926 und 1929 unter Präsident Gerardo Machado – in erstaunlich kurzer Bauzeit von nur drei Jahren.  Architektonisch orientierte man sich am United States Capitol, doch das  Pendant entwickelte schnell eine eigene Identität. Der neoklassizistische Stil, die monumentale Freitreppe mit ihren 55 Stufen, die mächtigen korinthischen Säulen und die detailreichen Reliefs spiegeln den Glanz und das Selbstverständnis Kubas in den 1920er-Jahren wider. Zur Zeit seiner Einweihung gehörte die Kuppel zu den höchsten der Welt und war das höchste Gebäude Havannas.

Nach der Revolution von 1959 verlor das Kapitol zunächst seine Funktion als Parlamentssitz und wurde unter anderem von wissenschaftlichen Institutionen genutzt. In den vergangenen Jahren wurde es umfassend restauriert, und seit 2019 tagt hier wieder die  Nationalversammlung. 

Damit ist das Kapitol heute nicht nur ein beeindruckendes Relikt vergangener Zeiten, sondern erneut politisches Zentrum des Landes. Es verbindet Geschichte und Gegenwart – und bleibt durch seine allgegenwärtige Kuppel das unverkennbare Symbol Havannas.

Am besten macht man einen Spaziergang zum Kapitol – Mit Blick nach oben zur gewaltigen Kuppel, die im Sonnenlicht golden schimmert. Je nach Tageszeit verändert sich die Stimmung: Morgens wirkt das Gebäude fast majestätisch ruhig, während es am Nachmittag von Leben umgeben ist – Oldtimer fahren vorbei, Straßenmusiker spielen, Besucher bleiben staunend stehen. 

Gerade dieser Kontrast zwischen monumentaler Architektur und dem pulsierenden Alltag Havannas macht den Ort so besonders. Ein Spaziergang entlang der breiten Treppen und Säulen gehört unserer Meinung einfach zu jedem Havanna-Besuch dazu.

2. Museo Nacional de Bellas Artes

Nach dem imposanten Kapitol lohnt sich ein Ausflug  zum Museo Nacional de Bellas Artes. Während das Kapitol die Geschichte der Stadt in Stein zeigt, vermittelt das Museum nochmal einen ganz andere Perspektive auf die Hauptstadt.

Das Museum besteht aus zwei Gebäuden – dem Palacio de Bellas Artes für kubanische Kunst und dem Centro Asturiano für internationale Werke – und bietet einen beeindruckenden Überblick über mehrere Jahrhunderte Kunstgeschichte. 

Besonders spannend ist die Sammlung kubanischer Malerei vom 18. Jahrhundert bis zur zeitgenössischen Avantgarde, die die kulturelle Identität und die gesellschaftlichen Entwicklungen des Landes widerspiegelt. 

Ein Besuch lohnt sich nicht nur für Kunstliebhaber: Die großzügigen Säle, die ruhige Atmosphäre und die Möglichkeit, Kuba einmal aus einer anderen Perspektive zu entdecken, machen das Museum zu einem inspirierenden und kühlen 😉  Zwischenstopp im lebendigen Havanna.

Temporäre Ausstellung im Museum

Ganz besonders berührt hat mich „Primavera o Descanso“ von Jorge Arche Silva , das im Museo Nacional de Bellas Artes de Cuba ausgestellt ist. Es ist eines von Luis’ absoluten Lieblingsbildern – und jetzt auch eines meiner Lieblingsbilder. Die Darstellung der beiden Figuren, die sich ineinander und im Moment verlieren, hat etwas unglaublich Berührendes.

Primavera o Descanso

Besonders spannend sind auch  die Werke von Wilfredo Lam, einem bedeutenden kubanischen Künstler des 20. Jahrhunderts, der stark vom Kubismus und Surrealismus beeinflusst wurde und als einer der Vorreiter moderner kubanischer Kunst gilt. 

Seine Bilder strahlen eine geheimnisvolle, rätselhafte Stimmung aus, die einen sofort in ihren Bann zieht. Je länger man hinschaut, desto mehr entdeckt man – Licht, Schatten und Figuren verändern sich subtil je nach Blickwinkel. Genau diese Dynamik macht Lams Arbeiten zu einem besonderen Erlebnis für jeden, der sich für moderne Kunst und ungewöhnliche Perspektiven interessiert.

Wenn du durch Habana Vieja spazierst, wirst du auch in den Straßen und auf den Plätzen spannende Kunst finden wie bspw. Installationen oder Skulpturen. Diese sind oft Ergebnisse der jährlich stattfindenden Biennale von Havanna eine der wichtigsten Ausstellungen für zeitgenössische Kunst in Lateinamerika. Seit Gründung der Biennale 1984 bringt sie Künstler und Künstlerinnen aus dem globalen Süden zusammen und schafft einen Raum für Perspektiven, die im westlich geprägten Kunstmarkt lange unterrepräsentiert waren. Halte also die Augen offen, es gibt auch außerhalb der Kunstmuseen viel zu entdecken.

3. Mit Leonardo da Vinci durch Havannas Gassen – Camera Obscura

 Wer durch die engen Gassen von Habana Vieja schlendert, ahnt kaum, dass sich hier ein Prinzip erleben lässt, das schon die Genies der Renaissance faszinierte: Die Camera Obscura. Aber was ist überhaupt eine Camera Obscura? Die Idee ist ebenso simpel wie genial – und wurde unter anderem von Leonardo da Vinci im 15. Jahrhundert ausführlich beschrieben und analysiert.
 Eine Camera Obscura („dunkle Kammer“) funktioniert nach einem einfachen physikalischen Prinzip: In einem verdunkelten Raum fällt von außen Licht durch ein kleines Loch oder eine Linse – auf der gegenüberliegenden Wand erscheint dann ein auf dem Kopf stehendes, seitenverkehrtes Abbild der Außenwelt. Leonardo nutzte dieses Prinzip, um Perspektive, Licht und Proportionen zu studieren – lange bevor es Fotografie gab. Die Camera Obscura gilt daher als Vorläufer der Kamera.
Mitten im historischen Zentrum von Havanna befindet sich eine solche begehbare Camera Obscura.  Du findest sie auf der Plaza Vieja, einem der schönsten kolonialen Plätze der Stadt. Von oben blickst du auf die farbenfrohen Fassaden, barocken Kirchen und das lebendige Treiben – allerdings nicht direkt, sondern als projiziertes Live-Bild auf einem runden Tisch im abgedunkelten Raum.  Das Bild ist gestochen scharf und du kannst Menschen und Bewegungen verfolgen. 
Außerdem gibt es Erklärungen zu den Gebäuden die du siehst, quasi ein kleiner Spaziergang durch Havanna. Unserer Meinung nach richtig cool und eine ganz besondere Erfahrung. Wenn du dann noch nicht genug von dem Ausblick hast, kannst du anschließend die große Aussichtsterrasse betreten und sozusagen den „direkten“ Blick auf Havanna genießen. 

4. Old Timer Fahrt durch Havanna

Eines der ikonischsten Dinge, die du in der Altstadt Havannas erleben kannst, ist eine Fahrt in einem der bunten amerikanischen Oldtimer der 50er‑Jahre. Diese prachtvollen Klassiker gehören zum Stadtbild wie der Malecón oder das Kapitol und versprühen ein ganz eigenes Flair. Nirgendwo sonst auf der Welt trifft man so viele original erhaltene, fahrbereite Oldtimer auf einem Fleck wie hier – ein echtes Stück automobiler Geschichte mitten in der Stadt.

Oft starten Oldtimer Fahrten rund um den Paseo del Prado, einem der großen Boulevards der Altstadt, wo viele Fahrer ihre Wagen parken und Touren anbieten – perfekt gelegen, um nach einem Spaziergang oder Kaffee direkt einzusteigen.

Für viele Besucher ist die Oldtimerfahrt durch die Stadt neben einem coolen Fotomotiv ein unvergessliches Erlebnis – so auch damals für mich. Meine erste Fahrt in so einem Auto war etwas ganz Besonderes: Entlang des Malecón, bei Sonnenschein und zusammen mit Luis, das Gefühl von Wind im Gesicht und das sanfte Brummen des Motors im Ohr.

Gut zu wissen:  Die Oldtimer sind nicht nur für Touristen. Viele Kubaner nutzen die Autos als Mitfahrgelegenheit um von A nach B zu kommen.  In sogenannten „Coches Compartidos“ wird der Fahrpreis mit den Mitfahrern geteilt.

5. Mit der Fähre von Habana Vieja zur Christo Statue

Die Christo Statue liegt auf der gegenüberliegenden Seite von Havanna und lohnt sich vor allem wegen des Ausblickes auf die Stadt. Du kannst die Statue von der Uferpromenade aus sehen. Um auf die andere Seite zu gelangen kannst du ganz einfach eine Fähre nehmen. 

Die Fähren fahren vom Hafen aus, nur wenige Gehminuten von den historischen Plätzen der Altstadt entfernt. Die Strecke ist kurz – nur wenige Minuten und wird auch von vielen Einheimischen genutzt. Auf der anderen Seite kommst du im Stadtteil Casablanca an. Von dort führt ein kurzer Weg hinauf zum Hügel, auf dem der Cristo de La Habana über der Stadt wacht.

 Der 1958 eingeweihte Cristo ist rund 20 Meter hoch und steht erhöht über der Bucht. Seine Haltung wirkt ruhig und beinahe nachdenklich – auf jeden Fall deutlich weniger dramatisch als andere Christus-Statuen in Lateinamerika. Von hier oben hast du einen der schönsten Panoramablicke auf Havanna: Du kannst die Altstadt aber auch das Meer mit vorüberfahrenden Schiffen beobachten. Fünfzehn Tage nach Einweihung der Statue, noch während der Revolution, wurde die Statue übrigens vom Blitz getroffen, und ihr Kopf zerstört.  Das wurde jedoch umgehend repariert.
 Wenn du dich für die Geschichte Kubas interessierst, kannst du deinen Ausflug noch erweitern. In unmittelbarer Nähe des Cristo befindet sich ein kleines Museum, das Che Guevara gewidmet ist. Das schlichte weiße Haus diente Che nach der Revolution zeitweise als Aufenthaltsort. Heute zeigt eine kleine Ausstellung Fotos, Dokumente und persönliche Gegenstände aus dieser Phase seines Lebens. Es ist kein spektakuläres Museum – aber ein Besuch lohnt sich dennoch.

Havanna Vieja ist ein Viertel, das sofort ins Herz geht – mit seinen bunten Oldtimern, dem imposanten Kapitol, den versteckten Kunstschätzen im Museum oder den kuriosen Perspektiven durch die Camera Obscura. Klar, manchmal kann es anstrengend sein, ständig angesprochen zu werden, aber das gehört irgendwie dazu – und ist Teil des Abenteuers. Wer sich darauf einlässt, wird reich belohnt: Die Mischung aus Geschichte, Kultur und Lebensfreude macht jede Entdeckungstour einzigartig.

Bonustipp: Essen im "El Chanchullero"

Nach all dem Sightseeing ist es Zeit für eine Stärkung – und ja, die Restaurants in Havanna Vieja sind meist deutlich teurer als im Rest von Kuba und leider oft auch Touristenabzocke. 

Unser Lieblingsrestaurant in Havanna Vieja “ El Chanchullero (dt. Gauner)“ bildet eine Ausnahme weshalb wir immer wieder gerne zurückkommen. Da das Restaurant auch bei den „Habaneros“ kein Geheimnis ist, kann es sein, dass du ein bisschen warten musst bevor du einen Platz zugewiesen bekommst.  Sei dir jedoch sicher, dass sich das warten lohnt.

Kroketten im Chanchullero

Das Restaurant hat mehrere Ebenen und im 1. und 2. Stock jeweils eine Terasse. Wenn du oben sitzt kannst du die Aussicht genießen. Unten hast du jedoch den direkten Blick zur Küche, was auch seine Vorteile hat. Wir empfehlen dir Kroketten, Pizza und als Abschluss einen Flan. Insbesondere die Kroketten haben es uns angetan 🙂

Wir legen dir ans Herz neben Havanna unbedingt auch Viñales auf deiner Route durch Kuba zu besuchen. Unsere Highlights in Viñales findest du hier.