Kuba für Anfänger - 10 Dinge, die du unbedingt vor deiner Reise wissen musst
Kuba ist kein typisches Reiseziel. Damit du dich nicht völlig unvorbereitet auf den Weg machst, haben wir dir hier 10 Dinge zusammengestellt, die du unbedingt vor deiner Reise wissen solltest – Inklusive konkreter Tipps.
Die 3 wichtigsten Tipps auf einen Blick
Plane mit Puffer insbesondere bei Busfahrten und versorge dich für Wartezeiten mit E-Books und Filmen
Nimm unbedingt genügend Bargeld mit – Auch Reserven für unvorhergesehen Ausgaben
Nimm eine Powerbank und eine Taschenlampe mit. Bei Stromausfällen sind diese beiden Items wirklich Gold wert.
1. Flexibilität ist auf Kuba Gold wert
Schon nach den ersten Tagen auf Kuba habe ich gemerkt, dass meine gewohnte Art zu planen hier nicht funktioniert. Busse kamen später als geplant und kleine Alltagsdinge brauchten plötzlich viel Zeit. Was ich aus Erzählungen oft nicht wirklich glauben konnte, erlebe ich nun am eigenen Leib..
In Kuba ticken die Uhren anders und Pläne ändern sich ständig. Anfangs war das sehr frustrierend und manchmal ist es das immer noch. Doch letztlich hat mir Kuba gezeigt, dass Flexibilität nicht bedeutet, die Kontrolle zu verlieren – sondern Raum zu schaffen für Begegnungen, Gelassenheit und spontane Momente
Mach dich also darauf gefasst: Busse kommen später, das Restaurant hat dein Lieblingsessen nicht obwohl es auf der Karte steht oder der Strom fällt aus obwohl du gerade dein Busticket online kaufen wolltest. Im Restaurant, beim Fortbewegungsmitteln oder auf Ausflügen –
Flexibilität ist keine Option, sondern ein Muss. Je entspannter du mit Veränderungen umgehst, desto schöner wird deine Reise. Lass Raum für Spontanität und nutze Wartezeiten.
Tipp: Plane mit Puffer insbesondere bei Busfahrten und versorge dich für Wartezeiten mit E-Books und Filmen
2. Nur Bares ist Wahres
Beim ersten Geldtausch auf Kuba traute ich meinen Augen nicht: Plötzlich hielt ich einen riesigen Haufen Geldscheine in den Händen – „Wir sind Millionäre !“, sagte ich damals zu Luis und noch heute lachen wir über dieses Erlebnis. Und meine Kreditkarte ? Die ist komplett nutzlos auf Kuba. Für mich immer noch unglaublich das Kuba im Bezug auf Geld einen solchen Sonderstatus hat.
Denn – Wer nach Kuba reist, merkt schnell: Bei Geld gelten eigene Regeln, die man besser vorab kennt. Seit der Abschaffung des CUC 2021 gilt offiziell nur noch der kubanische Peso (CUP). In der Praxis ist das Währungssystem aber chaotisch.
Viele Unterkünfte und Taxis nehmen meist nur Bezahlung in Euro oder Dollar an. Ein Unterschied zwischen Euro und Dollar wird nicht gemacht, egal wie der Wechselkurs ist. Es lohnt sich trotzdem Geld zu tauschen. Insbesondere für Restaurantbesuche.
Willst du Geld tauschen wende dich am besten an deine Casa. Orientiere dich bitte nicht am offiziellen Kurs. Auf der Straße bekommst du aktuell zwischen 300 und 400 CUP für einen Euro. Grundsätzlich wird in Kuba fast ausschließlich mit Bargeld bezahlt. Kartenzahlung ist in 99,9 % der Fälle nicht möglich. Auch Geldautomaten funktionieren nicht.
Tipp: Nimm unbedingt genügend Bargeld mit – Auch Reserven für unvorhergesehen Ausgaben
3. Stromausfälle sind Alltag
Auf Kuba merkt man erst richtig, wie viel in unserem Alltag von Strom abhängt – und wie sehr wir in Deutschland daran gewöhnt sind, dass immer alles funktioniert. Für Kubaner sind Stromausfälle Normalität, für uns unvorstellbar. Luis hatte mich zwar vorgewarnt, aber die Erfahrung selbst ist nochmal eine ganz andere. Kaum fällt der Strom aus, steht alles still. Ganze Viertel ohne Strom ? Total normal.
In Kuba gibt es regelmäßig Stromausfälle (apagones) – teils angekündigt, teils spontan. Insbesondere durch aktuelle politische Lage in Venezuela hat sich die Situation nochmals verschärft. Kein Strom bedeutet kein Licht, keine Klimaanlage, kein Kühlschrank und keine Möglichkeit dein Handy zu laden. Die Dauer der Stromausfälle reicht von 1 bis 15 Stunden – oder mehr.
Lass dich davon aber bitte nicht abschrecken. Meistens haben touristische Unterkünfte Solarpanele oder Generatoren. So können die Stromausfälle zumindest weitestgehend überbrückt werden. Informiere dich am Besten vor der Buchung.
Tipp: Nimm eine Powerbank und eine Taschenlampe mit. Bei Stromausfällem sind diese beiden Items wirklich Gold wert.
4. Menü eingeschränkt – aber deswegen nicht weniger lecker
Ob weiß, schwarz oder gelb – Reis gehört zu fast jedem Gericht, vom einfachen Bohnenreis bis zu Ropa Vieja (übrigens mein kubanisches Lieblingsgericht 🙂 ) zartes, gewürztes Rindfleisch, das langsam gekocht wird und im Mund regelrecht zerfällt.
Dazu darf natürlich ein erfrischender Cocktail nicht fehlen – ein Mojito oder Cuba Libre rundet jede Mahlzeit ab. Aber auch ein frisch gepresster Saft schmeckt wunderbar dazu. Als Nachtisch bestelle ich mir immer Flan, ein cremiger Karamellpudding. Genauso wie bei Ropa Vieja hat hier jedes Restaurant seine ganz eigene Rezeptvariation.
Aber aufgepasst: Häufig haben Restaurants nicht alles, was auf der Karte steht oder bestimmte Güter sind nicht erhältlich. Grund hierfür sind Versorgungsengpässe insbesondere durch Sanktionen gegen Kuba.
Du wirst auf deiner Reise trotzdem gut essen. Die Kubaner sind Meister der Improvisation und zaubern dir anhand der vorhandenen Dinge die leckersten Gerichte.
Tipp: Lasse dich auf das ein, was es gibt und frage unbedingt bei Gastgebern nach Restaurant Empfehlungen
5. Spanisch ist nicht gleich spanisch
In Kuba merkt man schnell viele Menschen sprechen kaum englisch. Insbesondere außerhalb der Hotspots Havanna und Varadero. Ich selbst spreche fließend spanisch, weshalb das für mich kein Problem darstellt.
Was mich aber anfangs herausforderte, war das kubanische Spanisch selbst: Bestimmte Ausdrücke und die schnelle Sprechweise mit einer sehr besonderen Melodie ließen mich anfangs oft staunen und manchmal auch verzweifeln. Luis musste oft schmunzeln, während er mir half, die kleinen Stolperfalle zu verstehen.
Was das kubanische Spanisch so besonders macht, ist nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch die einzigartigen Ausdrücke und Redewendungen, die man in anderen spanischsprachigen Ländern kaum hört. Wörter wie „guagua“ für Bus oder „fruta bomba“ für Papaya haben mich anfangs verwirrt obwohl ich die Sprache gut beherrsche.
Auch die Aussprache ist anders: Viele Buchstaben werden verschluckt oder weicher gesprochen. Besonders abseits touristischer Orte läuft fast alles auf Spanisch. Aber: Kubaner sind sehr geduldig, hilfsbereit und freuen sich, wenn man versucht spanisch zu sprechen.
Tipp: Lerne vorab die wichtigsten Sätze (wir helfen dir bald mit einem Mini-Sprachguide) und hab keine Angst zu sprechen. Schon ein „Hola, cómo estás ? wirkt Wunder
6. „No hay“ – ein Satz, den du oft hören wirst.
Auf Kuba läuft vieles anders als zuhause. Schon an meinen ersten Tagen auf Kuba wurde mir klar: Manche Produkte, die wir in Deutschland als selbstverständlich ansehen, gibt es einfach nicht – von bestimmten Lebensmitteln über Hygieneartikeln bis hin zu Alltagsdingen, die ich sonst nie hinterfragt hätte. Noch überraschender war, dass manches, was heute verfügbar ist, am nächsten Tag plötzlich verschwunden war.
„No hay“ heißt „gibt’s nicht“. Es kann alles betreffen: Getränke, Brot, Klopapier, Benzin, Internet oder Strom. Es mag viele Sachen nicht geben aber die Kubaner sind Meister im Improvisieren und am Ende geht´s doch immer irgendwie. Wenn du ein bestimmtes Souvenir magst oder ein Gericht am Take Away Stand probieren willst – schlag zu – Du weißt nie wie die Situation am nächsten Tag ist. Auch Toilettenpapier ist nach unserer Erfahrung an öffentlichen Orten und in Restaurants eher eine Seltenheit.
Tipp: Vorbereitung ist alles: Nimm immer ein bisschen Toilettenpapier mit, besser vorbereitet sein als dann am Ende ohne dazustehen
7. Kuba ist politisch – auch wenn es kaum jemand laut sagt
Die Politik auf Kuba ist untrennbar mit der Revolution von 1959 verbunden, die das Land bis heute prägt. Fidel Castro, Che Guevara und andere revolutionäre Führer hinterließen ein System das stark zentralisiert ist und tief in den Alltag der Menschen hineinwirkt. Wenn du auf Kuba bist, wirst du überall politische Symbole, Parolen und staatliche Strukturen vorfinden.
Die Symbole der Revolution sind nicht nur Dekoration, sie sind Ausdruck der kubanischen Geschichte und eines gesellschaftlichen Systems, das die Menschen stark beeinflusst. Vergangenheit und Gegenwart sind eng miteinander verbunden und Kuba verändert sich. Für manche zu schnell für andere nicht schnell genug. Sicher ist, Kuba ist auf der Suche nach seinem ganz eigenen Weg.
Auch wenn du nicht jedes Detail verstehen wirst, macht gerade die Mischung aus Symbolik, Geschichte und Realität Kuba zu einem extrem spannenden Land. Aber sei dir bewusst: Die politische Situation prägt das tägliche Leben der Menschen massiv. Die Meinungen dazu sind in der Bevölkerung gespalten und werden selten offen diskutiert. Viele Kubaner äußern sich zur politischen Situation, wenn überhaupt, nur im vertrauten Rahmen.
Tipp: Sei respektvoll und urteilsfrei. Du bist Gast in einem sehr komplexen System von dem du nur Bruchstücke verstehst.
8. Fortbewegung: Abenteuer inklusive.
Auf Kuba ist Fortbewegung so vielfältig wie das Land selbst. Alte Amerikanische Oldtimer prägen das Straßenbild und für kürzeres Strecken sind bunte Cocotaxis oder Motonetas beliebte Verkehrsmittel. Sich in Kuba von A nach B zu bewegen ist nicht einfach – aber mit ein bisschen Planung trotzdem gut machbar.
Es gibt eine Vielzahl an Transportmöglichkeiten, die wir dir hier einmal aufgelistet haben:
- Viazul-Bus: günstig und sicher. Verbindet die großen Städte miteinander
- Motonetas: Praktisch um in den Städten von A nach B zu kommen
- Coco-Taxis: Taxis in Form einer Kokusnuss: Teuer und eher an turistischen Hotspots
- Collectivos (Sammeltaxis): Flexibler und schneller, aber teurer. Preis vorher abfragen
- Pferdewagen: Oft in ländlicheren Gegenden um von A nach B zu kommen – funktionieren wie Taxis
- Private Fahrer: Ideal für individuelle Routen, kostenintensiver
- Zug: Das Zugnetz ist in Kuba nicht großflächig ausgebaut. Zugverbindungen gibt es nur für wenige Strecken.
- Mietwagen: teuer, oft Mangelware, schlechte Straßen – aus unserer Sicht nicht empfehlenswert
Tipp: Benzin ist teuer und damit auch private Fahrer. Wenn du auf Kuba von A nach B kommen willst, raten wir dir dazu den Bus zu nehmen. Das System ist solide und vergleichsweise preiswert.
9. Tourismus ist Segen und Fluch zugleich
Kuba lebt in vielen Bereichen vom Tourismus, und das merkt man sofort. Hotels, Restaurant, Taxis und kleine private Unterkünfte – fast überall hängen die Preise und Angebote mit den Besucherzahlen zusammen. Für die Einheimischen ist der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle, oft entscheidend für den Lebensunterhalt. Wer direkt im Tourismussektor arbeitet, verdient ein vielfaches mehr als in staatlichen Jobs. Das schafft ein spürbares wirtschaftliches Gefälle.
Für Reisende ist es also ein Balanceakt: Man genießt die lebendige Kultur und bekommt dennoch einen Eindruck davon, wie eng der Tourismus mit dem Lebensunterhalt vieler Menschen verbunden ist. Wenn du genau hinsiehst, erkennst du nicht nur die farbenfrohen touristischen Seiten Kubas, sondern auch die wirtschaftliche Realität die dahinter steckt.
Tipp: Rechne damit, dass du Tourist bist und suche bewusst nach Begegnungen außerhalb der Masse. Casa Particulares, kleine Dörfer, lokale Feste, Gespräche auf der Straße – hier liegt das echte Kuba.
10. Kuba verändert dich – wenn du es zulässt
Wenn du eine echte Verbindung zu Land und Leuten willst, findest du sie nicht in Hotels oder Reisegruppen, sondern im Gesprächen mit Menschen: Trotz aller Schwierigkeiten sind viele Kubaner herzlich, offen und hilfsbereit. Du wirst merken wie groß die Lebensfreude der Kubaner ist – trotz aller Herausforderungen
Kuba ist kein „Easy Travel“-Land und eine Reise nach Kuba benötigt viel Vorbereitung, Geduld und Offenheit – aber gerade das macht die Reise so wertvoll. Manches wird dich begeistern, anders wird dich extrem frustrieren, aber wenn du bereit bist, dich darauf einzulassen, wirst du Erfahrungen machen, die dich weit über den Urlaub hinausbegleiten. In unserem Blog findest du Tipps und persönliche Einblicke um Kuba wirklich zu erleben – nicht nur zu besuchen.
Tipp: Nimm dir Zeit für Gespräche – auch wenn du nur wenig verstehst. Frag nach dem Alltag, der Familie, der Musik – Kubaner erzählen gerne und sind interessiert daran auch von dir und deinem Land zu erfahren. Du wirst merken: Die Menschen sind das Herz Kubas.

